Stimmungsbild eines Masters zur Bezirksmeisterschaft 2025 in Northeim 

Es ist Sonntag, 9.3.25. zweiter Tag der diesjährigen Bezirksmeisterschaft. So, wie in jedem Jahr im März die ersten warmen Tage kommen, so veranstaltet der Bezirk Braunschweig immer auch im März seine Meisterschaft. Dieses Jahr wieder in Northeim. Aus dem ganzen Bezirk kommen die Schwimmvereine zusammen. Von Gifhorn bis Göttingen und von Einbeck bis Helmstedt.

Die Organisation des Wettkampfs in Northeim macht dieses Mal erstaunlicherweise der Schwimmverein aus Göttingen. Und das macht er gut. Alles läuft wie am Schnürchen. Ruhig und absolut stressfrei. 

Den Beginn machen heute die Staffeln. Da ist immer sofort für Stimmung gesorgt. Maximaler Einsatz fürs eigene Team bei den Schwimmern und maximales Geschrei bei den Vereinsmitgliedern, die anfeuern.

Danach beginnen die 200m Lagen. Den Anfang machen die Jüngsten. Jahrgang 2015. Also 9 und 10 Jahre alt. Sie verschwinden nach dem Start fast hinter den Schwimmkörpern in den Leinen des 50m Beckens. Und nach 30 m sieht man auch wie schwer ihnen die erste Bahn Schmetterling fällt. Aber Aufgeben gilt nicht. Alle kämpfen sich tapfer bis zur Wende durch. Und auf der nächsten Bahn ist Rücken angesagt. Da können dann alle etwas Luft holen. Und ankommen tun nach vier langen Bahnen alle.

Klar, nicht alle in diesem Alter schwimmen schon ganz stilrein. Das machen sie aber mit ihrer Begeisterung mehr als wett. In wenigen Jahren werden sie genauso perfekt schwimmen wie es die Älteren in den folgenden Läufen mehr und mehr zeigen.

Bei den etwas älteren 14 und 15jährigen sieht das schon ganz anders aus. Vor allem bei den Mädchen ist das dann die reine Eleganz. Kontrollierte Bewegungen, kaum Spritzer. Die Mädels zeigen da schon die hohe Kunst sauberen Stils. Springen die Mädchen von ihren Startblöcken verschwinden sie einfach im Wasser. Da gibt es kein Spritzen, kein Platschen, einfach nur ein sanftes Pflupp. Sie tauchen ein und sind dann erstmal verschwunden. So, wie sie es im Training gelernt haben. Nach dem Startsprung ein paar Meter tauchen. Und nach dem Auftauchen beginnt der Kampf um Platz eins.

Anders die Jungen in dem Alter. Die bieten ein ganz anderes Bild. Die schwimmen ganz anders. Da lässt sich schon die Kraft erahnen, mit der sie in einigen Jahren die Mädchen deutlich hinter sich lassen werden. Da werden die Arme ins Wasser geknallt, dass es spritzt. Sie knüppeln durchs Wasser. Auch stilrein, aber eher mit Kraft als mit Eleganz.

Schön ist, wie viele Teilnehmer in den einzelnen Jahrgängen starten. Da kommt richtig Wettbewerbsatmosphäre auf. Auch wenn in vielen Wettkämpfen schon vorher klar ist, wer die Favoriten sind. Denn man trifft sich ja mehrmals im Jahr in immer wiederkehrender Besetzung zu Wettkämpfen.

Bei den Masters, die auch dabei sind, ist das leider anders. Mit jeder AK wird der Teilnehmerkreis kleiner und echte Wettkampfstimmung kommt dabei nicht auf. Schade.

Nach den Wettkämpfen 5 und 6 beginnen die ersten Siegerehrungen. Das heißt wir bekommen eine wilde Kakophonie aus Aufrufen für den nächsten Wettkampf, dem anfeuernden Gebrüll der Freunde und den Ansagen der Preisverleihung. Keine Chance irgendwas zu verstehen. Macht aber nichts. Am Ende stehen alle Schwimmer rechtzeitig am richtigen Startblock und alle Platzierten erhalten ihre Medaillen. Irgendwie funktioniert es dann eben doch.

Wir sind dieses Jahr mit 25 Teilnehmern dabei. Kids ab 2015 und Mastersschwimmer bis zur AK65. Alles organisiert und koordiniert von Alexandra. Sie hat alles im Blick. Wer sich wann einschwimmen soll, wer wann auf welcher Bahn starten muss, sie stoppt und notiert Zeiten für ihre Notizen, hält die Kids im Zaum, wenn die zu lebhaft werden….. Kurz, sie ist die Mutter der Kompanie …. Nein, nicht das. Sie ist die gute Fee. Die auf zauberhafte Weise alles in Ordnung hält oder bringt und der dafür selten richtig gedankt wird. Ich glaube gerade die Kids realisieren nicht, was sie ihr alles verdanken. Wie das eben oft so ist im Leben.

Mit dem Wetter haben wir Glück. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und eine frische Brise. Aber leider nur draußen. In der Halle hat man schon früh alle Jalousien herunter gelassen. Sonst wären wir vermutlich schon gegen 10 Uhr alle aus der überhitzten Halle geflüchtet. Warm ist es drinnen trotzdem. Und feucht. Es macht müde. Viele nutzen daher schon am Vormittag die Möglichkeit sich vor dem Bad im warmen Sonnenschein ein wenig kühlere Luft ins Gesicht wehen zu lassen. Dort gibt es auch Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen und belegte Brötchen. Biertische und Bänke laden zum Hinsetzen ein und viele finden hier alte Bekannte, mit denen sie sich seit Jahren immer wieder auf Wettkämpfen treffen. Ein buntes Stimmengewirr und viel Gelächter zeigen, dass es abseits der Rivalität im Becken doch viele Gemeinsamkeiten gibt.

So vergeht der Tag. Immer wieder stürzen wir uns ins Wasser. Manche starten nur dreimal. Andere ein Dutzend mal. Neue Bestzeiten und Enttäuschungen wechseln sich ab. Am Ende werden aber doch die meisten von uns mit der einen oder anderen Medaille belohnt. Es wäre auch schade, wenn wir für die Schinderei im Training das ganze Jahr über nicht irgendwie belohnt würden. 

Der Nachmittag zieht sich. Beim x-ten Start werden wir langsam müde. So ein Wettkampftag kann lang sein. Wer am Vortag schon geschwommen ist, der spürt es mehr und mehr in Armen und Beinen. Trotzdem wird noch die eine oder andere persönliche Bestzeit oder gar ein neuer Rekord geschwommen. Schwimmer sind zäh. Nur die Harten komm‘ in’n Garten und nur wer bereit ist sich zu schinden wird Schwimmer 😉 Außerdem sind da ja die Freunde und Trainer, von denen man beobachtet wird. Blamieren will sich hier ja keiner. Und angefeuert wird man ja auch. Also ist Durchbeißen angesagt

So langsam neigt sich auch der Nachmittag seinem Ende entgegen. Wer seine Starts durch hat fährt heim. Langsam zerfledert unsere Gruppe.

Irgendwann nach fünf ist auch der letzte Wettkampf vorbei. Einige von uns warten noch auf die letzte Siegerehrung und packen dann zusammen. Gegen halb sechs sind wir alle raus und auf dem Heimweg.

Und nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Morgen ist für einige von uns schon wieder Training. Und manche haben auch nächste Woche schon den nächsten Wettkampf. Dann beginnt alles wieder von vorne. Neues Rennen, neues Glück.

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